Unterstützung auf vier Pfoten

Seit Beginn des Jahres 2025 ist das Kollegium der Hubertusschule um einen vierpfötigen Kollegen reicher.

Floyd, ein vierjähriger Australian Shepherd-Mischling, begleitet seitdem das Lernen der Kinder an ausgewählten Tagen. Mit seiner tierischen Unvoreingenommenheit und seinem Gespür für Stimmungen oder Schwingungen ist er ein wertvoller Begleiter des schulischen Lernens.

Floyd hat eine 3-jährige Ausbildung zum begleitenden Einsatz als Schulhund zusammen mit seiner Besitzerin Frau Frank durchlaufen, die vielfältige Module mit theoretischem und praktischem Inhalt umfasst hat und mit Praxiselementen und Schulbesuchen durch die Ausbilder sehr praxisnah verlaufen ist. Im November 2024 erhielt Floyd sein Abschlusszertifikat und wird sich nun in regelmäßigen Abständen einer Rezertifizierung unterziehen. Des Weiteren bilden sich Frau Frank und Floyd kontinuierlich im Bereich der hundegestützten Pädagogik fort.

Wieso ein Schulhund? Und was ist das überhaupt?

Die positiven Auswirkungen des Zusammenlebens mit Tieren wurden bereits in zahlreichen Studien belegt[1]. Tiere haben großen Einfluss auf viele verschiedene Bereiche unseres Lebens. Sie fördern unsere Gesundheit maßgeblich, sie helfen bei der psychischen und physischen Stressreduktion in beträchtlichem Maße, sie fördern soziale Interaktion, sorgen für Entspannung, steigern das Selbstwertgefühl, unterstützen Toleranz und Verantwortung und bereiten Spaß und Freude[2].

Der Schulhund kann auf vielfältige Weise den Unterricht der Kinder und Erwachsenen bereichern. Angefangen von der Entstehung einer angenehmeren Lernatmosphäre über ein ordentlicheres Klassenzimmer oder auch nur generell die Rücksichtnahme auf einen weiteren Begleiter in der Klasse, besticht ein Hund vor allem auch durch seine unvoreingenommene, offene Art einem Menschen gegenüber. Ein Hund urteilt nicht, nimmt jeden so an wie er ist. Gleichzeitig erfordert der Umgang mit dem Hund aber auch klare Kommunikation, damit Signale oder Kommandos – verbal oder nonverbal – richtig verstanden und umgesetzt werden. Immer wieder ist im Unterricht zu beobachten, dass vor allem schüchterne Kinder im Umgang mit dem Hund über sich hinaus wachsen. Insgesamt ist es natürlich eine schöne Bereicherung für die Kinder, wenn das Lernen durch Floyd begleitet wird. Floyd trägt sehr zur Lernmotivation bei und das Durchführen von Tricks oder Kunststücken mit ihm bereitet den Kindern enorm viel Freude. Manchmal begleitet er aber auch nur durch seine reine Anwesenheit das Lernen und hat beruhigende Wirkung auf die SchülerInnen. Immer wieder kann man dann auch beim Schreiben oder Rechnen eine kleine Hand beobachten, die sanft über das Fell streicht, keineswegs aber vom Lernen abgehalten, sondern vielmehr beruhigend – für beide Seiten.

Ein Hund im Klassenraum ist auf sehr viele Arten einsetzbar und hat unterschiedlichste Funktionen oder Wirkungskreise. 

[1] Vgl. www.haustiermagazin.com/erstaunliche-wirkungen-haustiere/ (Mai 2023)

[2] Vgl. ebd. und auch Beetz, Heyer & Kloke, Hediger und Turner

Wer ist denn dieser Floyd?

Der Schulhund Floyd ist im Alter von acht Wochen bei der Lehrkraft Frau Frank eingezogen. Er wurde dort geprägt und sozialisiert, mit unterschiedlichsten Situationen, Menschen und Tieren vertraut gemacht und wächst im Familienverbund mit einem Kleinkind auf. Floyd zählt zu den Hütehunden, die sich rassetypisch durch ihre außerordentliche Gelehrigkeit, ihre hohe Intelligenz und ihr schnelles Lerntempo auszeichnen. Außerdem besticht diese Rasse durch ihre Energie, Selbstständigkeit und ihre Kontaktfreudigkeit, aber auch durch ihre besondere Sensibilität. Floyd ist ein echtes „Arbeitstier“, das vor allem geistig anspruchsvolle Aufgaben und Herausforderungen benötigt. Darf er mit dem Menschen zusammen Aufgaben erledigen, ist er mit Leidenschaft und Enthusiasmus dabei. Sein für die Rasse typischer, sogenannter „Will to please“ (engl. Willen, zu gefallen) ist dabei deutlich erkennbar und er zeigt unerschöpflichen Eifer, um Aufgaben umzusetzen. Mühelos gelingt es Floyd, neue Tricks und Kunststücke in kurzer Zeit zu erlernen. So spielt er mit den Kindern „Bingo“ über einen Buzzer, stupst Dosen mit Buchstaben oder Zahlen um, um Rechenaufgaben oder Wörter des Tages zu finden oder läuft problemlos im Zick-Zack durch die Beine. Etwas aufheben, „High 5“ oder eine Rolle drehen sind für ihn kein Problem.

Er hat ein freundliches Wesen und ist Menschen sehr zugewandt. Er begegnet den Kindern offen und interessiert, hat keine Berührungsängste und ist gerne im Zentrum des Geschehens.

Vor dem Einsatz im Unterricht

Bevor Floyd eine Lerngruppe aufsucht, müssen mit dieser zusammen mit Frau Frank Regeln im Umgang mit dem Schulhund besprochen und festgehalten werden. So sind die Kinder auf den Einsatz von Floyd vorbereitet, was sowohl ihrer Sicherheit als auch der Sicherheit des Hundes dient, um Stresssituationen zu vermeiden. Die Kinder lernen auf diese Weise, welche Grundvoraussetzungen erfüllt sein müssen, um den Schulalltag mit einem Schulhund erfolgreich zu gestalten.

Besonders wichtig für den erfolgreichen und stressfreien Schulalltag mit dem Schulhund ist die gute Bindung zwischen dem Hund und seinem vertrauten Menschen. Der respektvolle und partnerschaftliche Umgang ist dafür unerlässlich. Frau Frank ist nach vielen Einsätzen gut in der Lage, die Stresssignale und Hundesprache von Floyd zuverlässig zu deuten. Deshalb ist ein Einsatz von Floyd auch nur zusammen mit Frau Frank möglich, da sie gemeinsam ein verlässliches Mensch-Hund-Team bilden.

Die Zustimmung der Eltern ist ebenfalls nötig und muss schriftlich erfolgen, damit wir sichergehen können, dass sowohl Allergien als auch große Ängste oder Sorgen ernst genommen werden. Alle notwendigen Unterlagen im Zusammenhang mit der Schulhundarbeit und Floyd werden gesammelt und stehen jederzeit zur Durchsicht bei Frau Frank zur Verfügung. Hierzu gehören z.B. der Versicherungsnachweis, die Atteste des Tierarztes, die Ausbildungsdaten, das Schulhund- und das Hygienekonzept. Die Einsatztage von Floyd werden in einem Dokumentationsbuch vermerkt und reflektiert.

Quellen unter anderem (ausführlicher aufgeführt in: „Schulhund Floyd – Ein Konzept zur hundegestützten Förderung an der Grundschule“ vorgelegt von Riccarda Frank):

Beetz, A. (2012): Bindung als Basis sozialer und emotionaler Kompetenzen. In Olbrich, E. & Otterstedt, C. (Hg.): Menschen brauchen Tiere: Stuttgart.

Beetz, A. Hunde im Schulalltag: Grundlagen und Praxis. 4. Aufl. Ernst Reinhardt Verlag, München, 2019.

Heyer, M. & Kloke, N., Der Schulhund: Eine Praxisanleitung zur hundegestützten Pädagogik im Klassenzimmer, 2. Aufl. Kynos, 2009.